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update 4.4.2018

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wappenbild.ch
 
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Galerie

         
 

Blasonierung 

Die Blasonierung ist eine exakte Beschreibung eines Wappens in einer heraldischen Fachsprache. Die bildliche Darstellung eines Wappens kann variieren und auch modernisiert werden; sie hängt vom ausführenden Künstler ab und unterliegt auch dem Zeitgeschmack. Sie soll aber auf alle Fälle die anerkannten Regeln der Heraldik einhalten.

Bei der Blasonierung gelten folgende Grundsätze:
- Knapp und eindeutig: Ein Wappen soll möglichst kurz beschrieben werden. Die Blasonierung muss so eindeutig sein, dass der Heraldiker danach ein Wappen zeichnen kann. Massgebend für eine Zeichnung ist nicht das alte Muster eines Wappens, sondern seine Blasonierung.
- Links, rechts: Die Blasonierung geht vom Standpunkt des Schildhalters aus. Was vom Betrachtenden aus rechts ist, wird heraldisch korrekt links genannt und umgekehrt.

 
             
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Galerie / Bsp. Familienwappen Galli

         
 

Damaszierungen

Neben der Schraffierung existiert die viel ältere Damaszierung. Der Name kommt von Ornamentmustern, der aus Damaskus importierten Stoffe. Damaszierungen sind zierende, ornamentale Linien und sind meist in dunkleren oder helleren Farbtönen des darunter liegenden Feldes gehalten.

 
             
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Vorlagen

         
 

Ein neues Familienwappen

Wo kein überliefertes Wappen vorhanden ist, kann ein neues geschaffen werden. Das Wappenbild kann auf den Namen Bezug nehmen, auf familiäre, beruflich, örtliche oder andere Gegebenheiten, oder es kann auch rein der Phantasie entspringen. Auf alle Fälle aber sind die heraldischen Regeln einzuhalten.

Der Begründer eines neugeschöpften Wappens kann bestimmen, wer berechtigt ist, es zu führen. In der Regel sind dies der Begründer und seine Nachkommen gleichen Namens.

 
             
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Farbkombination

         
 

Farben und Metalle  

Das Wichtigste an einem Wappen ist die Farbe (Tinktur). Sie ist so wichtig, dass ein blosser Farbwechsel auch Wappenwechsel bedeutet.

Es wird unterschieden zwischen Metallen und Farben: gold/gelb, silber/weiss (=Metalle), rot, blau, grün und schwarz (=Farben).

Die Farb-Metall-Regel besagt, dass Metall nicht auf oder neben Metall, Farbe nicht auf oder neben Farbe stehen soll. Ausnahmen sind allerdings möglich.
Alle Tinkturen werden nur in einem einheitlichen, kräftigen Grundton wiedergegeben. Nuancierungen, wie hellblau, dunkelgrün usw., haben keinen Platz. Die Widergabe von Wappenfiguren in natürlichen Farben (z.B. braun für Bäume) gilt als unheraldisch.

Einige Tiere (gemeine Figuren) haben herkömmlicherweise feste Tinkturen: der Löwe ist golden oder silbern, rot oder schwarz. Der Wolf ist blau oder schwarz. Der Fuchs, das Eichhörnchen und der Krebs sind rot. Der Elefant und die Taube sind meist silbern. Der Rüde und der Rabe sind meist schwarz. Der Sittich (heraldischer Name des Papageis) ist meist grün. Der Steinbock ist silbern oder schwarz. Selbstverständlich gibt es Ausnahmen.

 
             
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Häufige Irrtümer

„Jedes Wappen ist irgendwo verzeichnet.“
In der Schweiz gibt es kein offizielles Wappenregister. Viele Wappen sind in Wappenbüchern und –sammlungen festgehalten, aber selbst die umfangreichste Sammlung ist weit davon entfernt vollständig zu sein.

„Zu jedem Familiennamen gehört ein Wappen.“
Ein Wappen gehört nicht zu einem bestimmten Familiennamen, sondern zu einem Geschlecht. Gleichnamige Geschlechter unterscheiden sich gerade durch ihre verschiedenen Wappen. Andererseits können Familien mit unterschiedlichen Namen dasselbe Wappen führen.

„Jedes Wappen hat seine Bedeutung.“
Das stimmt für sog. redende Wappen in dem Sinne, dass man aus dem Wappenbild eine Anspielung auf den Familiennamen entnehmen kann. Die Wahl der meisten Schildbilder im Mittelalter und auch später erfolgte aber wohl spontan und recht willkürlich. Ansichten, die den Farben und Gegenständen Bedeutung unterlegen, beruhen auf unwissenschaftlichen Spekulationen. Den Wappen liegt kein geheimer Sinn zugrunde.

„Jedes Wappen hat nur eine einzige richtige Form.“
Jedes Wappen hat eine Blasonierung. Im Rahmen dieser Umschreibung kann der Heraldiker das Wappen nach seinem Belieben aufreissen. Wo ihm die Blasonierung und die übliche Gestaltung nichts vorschreiben, ist er frei.

„Und eigentlich sind wir adlig.“
Die allermeisten Wappen dürften von ihren Trägern frei angenommen worden sein. Dies gilt ganz besonders für bürgerliche und bäuerliche Wappen. So häufig man die Behauptung, man sei adlig, hört, so selten stimmt sie.

 
             
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Helmzier  I  Helmdecke

         
 

Helmzier und Helmdecke

Die Helmzier gehörte zur regulären Ausrüstung in Krieg und Turnier und war erblich und unveränderlich. Weil die Helmzierden nach und nach so gross wurden, dass sie im Kampf hinderlich waren, trug man sie schliesslich nur noch während bestimmter Turniere.

Helmdecken dienten ursprünglich als Schutz vor der Sonne, wurden aber mehr und mehr schmückende Ornamente, auch mehr und mehr ausgefranst, bis sie schliesslich wie Zweige mit Blattwerk aussahen.

Die Farben der Helmdecke sind meistens den Hauptfarben des Wappens entnommen. Die Innenseite zeigt in der Regel das Metall (Gold und Silber), die Aussenseite die Farbe. Es gibt aber Ausnahmen. Die linke und die rechte Seite der Helmdecke können verschiedenfarbig sein, wenn das Wappen geteilt oder geviertet ist.

 
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Farbkombination

         
 

Heraldische Schraffur

Die Schraffur dient dazu, die Farben (Tinkturen) bei der schwarz-weissen Darstellung von Wappen anzugeben. Nicht zu verwechseln mit den Farbschraffuren ist die Damaszierung in Wappenschilden, die den Zweck hat, leere Felder zu beleben.

 
             
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Wappenbild

         
 

Schildinhalt

Die Schildbilder werden in zwei Hauptarten ein:
1. Schildteilungen (auch Heroldsbilder, Heroldsstücke genannt) gehen von Schildrand zu Schildrand.
2. Gemeine Figuren schweben im Schild oder stehen an mindestens zwei Seiten frei.

Figuren sind zweidimensional, ohne Perspektive und stilisiert. Manche haben eine typische heraldische Form entwickelt, z.B. Adler, Löwe, Rose, Lilie.

Stilisierung: Aus Gründen der Fernwirkung sollten die Figuren im Wappen stilisiert (vereinfacht) werden. Durch Vereinfachung und Übertreibung der charakteristischen Kennzeichen werden Bilder auch auf weite Entfernung erkennbar. Bestimmte, häufig vorkommende Figuren erhielten in der Heraldik eine typische Form (z.B. Löwen, Adler, Rosen, Lilien), die sich teilweise von den Umrissen der natürlichen Vorbilder sehr weit entfernt haben. Berge sollten niemals natürlich dargestellt werden.

Buchstaben gelten als unheraldisch. Bildhafte Figuren werden vereinfacht: Sie sind flächig, ohne Perspektive gestaltet. 

Wenn Sie einen Entwurf beurteilen, ob er gut ist, wenden Sie die alte Heroldsregel an: Hängen Sie das Wappen in Originalgrösse an einen Baum. Gehen Sie ein Stück zurück und wenden Sie sich um. Wenn es dann noch klar und übersichtlich wirkt, dann ist es gut. Wenn es wie Kraut und Rüben aussieht, reduzieren Sie die Darstellung so lange auf das Wesentliche, bis sie vor den strengen Augen eines mittelalterlichen Heroldes Bestand hätte. Das nennt man auch die "200-Schritt-Regel".

 
             
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Sind Familienwappen geschützt?

Einen rechtlichen Schutz für Familienwappen gibt es in der Schweiz nicht. Wappen sollen jedoch nicht an Personen verliehen werden, denen sie nicht zustehen. Es empfiehlt sich daher, neu geschaffene Wappen bei den zuständigen Staats- und Gemeindearchiven zu hinterlegen.

 
             
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Helm

         
 

Stechhelm oder Bügelhelm

Der Stechhelm mit dem schmalen Sehschlitz und der Spitze im Profil reichte bis zur Brust und zum Nacken hinab und wurde angeschraubt oder angeschnallt. Er gehörte dem 15. und 16. Jahrhundert an. Er findet für die Wiedergabe der bürgerlichen Vollwappen Verwendung.

Der Bügelhelm wurde vom 15. Jahrhundert an vom Adel für Turniere und Heraldik verwendet. Er ist vorne abgerundet, hat einen breiteren Sehschlitz und ist mit 5 bis 7 gewölbten Spangen versehen. Der Bügelhelm wird nur noch für Adelswappen gebraucht.

 
             
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Schild

         
 

Stellung des Schildes

Wenn der Schild nicht stehend (mit waagerechter Oberkante) dargestellt wird, sondern gelehnt (schräg stehend), dann muss er nach heraldisch rechts gelehnt sein. Die Ausnahme von dieser Regel bilden Allianzwappen (Ehewappen), hier werden die Schilde einander zugeneigt abgebildet.

In frühen gotischen Darstellung wurde der Schild 45 geneigt. Die heute üblich geringere Neigung beträgt ca. 20-30 Grad.

 
             
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Vorlagen

         
 

Vollwappen

Ein Vollwappen umfasst den Schild mit dem Schildbild sowie das Oberwappen, das sich aus Helmzier und Helmdecke zusammensetzt.

Die Helmdecke ist fast immer in den Schildfarben gehalten. Oft ist die Helmzier (Kleinod) die Wiederholung des Schildbilds oder wenigstens in den Farben des Schildbilds gehalten.

Nicht obligatorisch gehören zum Vollwappen die Schildhalter.

Die Grössenverhältnisse von Schild, Helm und Helmzier zueinander blieben im Lauf der Jahrhunderte nicht immer gleich. Die moderne Wappenkunst übernimmt allgemein die harmonischen Proportionen 3:2:3 der Spätgotik.

 
             
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Vorlagen

         
 

Was gehört zu einem Wappen?

Das eigentliche Wappen besteht aus einem Wappenschild, auf dem das Wappenbild dargestellt ist. Es kann ergänzt werden mit einem auf dem Schild stehenden Helm, auf dem eine Helmzier angebracht ist und von dem sich die Helmdecke um den Schild legt. Weitere Zutaten wie Schildhalter, Devise (Wahlspruch) etc. werden bei Familienwappen selten verwendet.

 
             
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Welches ist mein Wappen

Jeder, jede möchte gern ein Familienwappen besitzen. Viele haben keinerlei Kenntnis, dass ihre Familie je ein Wappen hatte. Nach langer Suche findet sich ein Wappen einer Familie dieses Namens. Darf ich es für mich verwenden? Andere kennen sogar mehrere Wappen von Familien ihres Namens. Welches ist dasjenige, das ich für mich beanspruchen darf?

Der erste Grundsatz lautet: Kein Familienwappen ohne Familienforschung!
Das Wappen, das ich in jedem Fall für mich verwenden darf, ist das meines Vorfahren vor 200 oder mehr Jahren. Findet sich ein solch altes Wappen bei den direkten Vorfahren auf einem Siegel, Grabmal, Bild oder Gegenstand, dann gibt es keine Unsicherheiten. Dies ist mein Familienwappen.

Ich stamme aus einem Dorf, in dem die Leute meines Familiennamens nur ein einziges Wappen besitzen. In diesem Fall darf ich dieses Wappen für mich verwenden. Gibt es aber mehrere Stämme und Zweige mit verschiedenen Wappen, dann muss ich zuerst forschen, welchem Stamm oder Zweig ich angehöre, um zu wissen, welches auch mein Wappen ist.

Sollte ich jedoch unter mehreren Wappen meines Familiennamens das meinige höchstens vermuten oder völlig im Dunkeln tappen, dann ist es besser, für mich, meine Familie und die Nachkommen ein neues Wappen zu schaffen. Es darf sich durchaus an ein bestehendes Wappen anlehnen, muss aber in Einzelheiten oder Farbe von ihm abweichen. Und natürlich sollte es heraldisch korrekt sein! Man hüte sich vor überladenen Wappen, vor modernen Gegenständen im Wappen und vor der Benutzung des Wappens einer ausgestorbenen Adelsfamilie, auch wenn ihr Name dem eigenen ähnlich ist.

 
             
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Vorlagen

         
 

Wulst

Der Helmwulst, ein um den Helm gewundenes Tuch, meist in den Farben des Wappens gehalten, ist wahrscheinlich aus dem Bedürfnis entstanden der Helmdecke besseren Halt zu geben und auch, um die Verbindungsstelle von Helm und Helmzier zu verdecken. Der Wulst hat meistens fünf oder sechs Windungen und sitzt immer auf der Helmdecke. Besitzt ein Wappen keine Helmdecke, ist ein Wulst heraldisch unzulässig.

 
             
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Literatur

Genealogisch-Heraldische Gesellschaft der Region Basel

Zusammengestellt vom Staatsarchiv Obwalden, nach:
Schobinger, Viktor: Zürcher Wappenkunde, das Wichtigste über Familienwappen, 4. Aufl., Zürcher Kantonalbank 1993.